Mrs. McRyan ignorierte einfach die Kommentare ihrer Enkelin, die sie eigentlich zur Weißglut brachten. Diese Gelassenheit war einfach unerträglich. Sie ging zur Tür.
"Wo willst du hin?" Fragte Jane plötzlich und die Ruhe war verschwunden.
"Das Wachpersonal holen, damit er aus dem gebäude entfernt wird, wie es eigentlich vorgesehen war." Janes Augen weiteten sich und sie sprang von ihrem Bett auf, um sich ihrer Oma gegenüber zu stellen.
"Du wirst ihn nicht raus werfen lassen!"
"Es wird gemacht, was ich sage! Ich will nur das Beste für dich! Woher willst du denn wissen, was er mit dir anstellen wollte? Es hätte wer weiß was für einer behaupten können, dass er dein Bruder ist und dich umbringen können!" Jane schluckte.
~Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche lachen nur, um nicht zu weinen.~
Ethan starrte den Rücken von Mrs. McRyan an. <Es hätte wer weiß was für einer behaupten können, dass er dein Bruder ist und dich umbringen können!>, hallte es in seinem Kopf. Er wurde blass und gleich darauf kehrte seine Farbe wieder zurück. Er verfiel regelrecht in eine Art Schockzustand.
"Es ist mir jedenfalls egal, was du dazu noch zu sagen hast, junges Fräulein!"
"Aber er ist der Grund, warum ich überhaupt noch lebe!" Schrie Jane ihre Oma plötzlich an, obwohl sie es gar nicht gewollt hatte. Mrs. McRyan starrte ihre Enkelin ungläubig an und die Strenge aus ihrem Gesicht verschwand. Ihre Augen wurden glasig und sie ging schweigend aus dem Zimmer. Janes Herz klopfte vor Aufregung wie wild und sie lehnte sich an die Wand, da ihr schwindlig wurde.
~Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche lachen nur, um nicht zu weinen.~
Ethan starrte noch immer auf den Boden, als er Jane Schreien hörte. Er sah zu ihr und gerade noch die Tür hinter ihrer Oma zu gehen. Als Jane sich an die Wand lehnte ging er zu ihr und zog sie in seine Arme. "Das hätte jetzt nicht sein müssen, ich wäre auch gegenagen", flüsterte er.
"Ich will aber nicht, dass du gehst. Außerdem habe ich dich nur verteidigt. Ich kann es nicht vertragen, wenn meine Oma meine Freund erunter zieht, besonders bei dir. Sie kennt dich überhaupt nicht." Jane war froh, dass Ethan sie in den Arm nahm.
"Mir ist schwindlig." Murmelte sie in der Umarmung.
~Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche lachen nur, um nicht zu weinen.~
Ethan nahm Jane auf den Arm und trug sie zu ihrem Bett. "Du regst dich einfach zu viel auf", sagte er und lächelte sachte, "Oma's sind eben so. Meine macht Matt auch ständig fertig, weil er so klein ist und immer genau darauf achtete, dass seine schwarzen Adidassneakers nicht dreckig werden."
Ethan lachte kurz auf. "Ich glaube im Vergleich zu deiner Oma, ist meine ein Lämmchen." Er nahm Jane's Hand und küsste sie. "Ich liebe dich", flüsterte er, "Und Bis morgen oder so schon mal, falls ich gehe während du schläfst oder so."
Bevor Jane etwas antworten konnte, wurde abermals die Tür geöffnet und Jane richtete sich langsam auf. Ihre Oma war wieder da, diesmal mit zwei Schwestern.
"Wir würden Ihnen gern den Verband wechseln, Jane. Und noch etwas Schmerzmittel verabreichen, bevor wir sie entlassen." Jane starrte die Schwester ungläubig an, die sie anlächelte.
~Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche lachen nur, um nicht zu weinen.~
Ethan löste seine Hand von Jane's und sah dann zu den Schwestern ehe er lächelte. <Entlassen!!!! JUHU!!!!>, jubelte er innerlich und trat vom Bett zurück.
"Und deswegen haben Sie extra nochmal drei Spritzen in der Hand, um mich zum Abschluss nochmal zu quälen?"
"Richtig." Die Schwester lachte und Jane sah, wie ein Lächeln über das Gesicht ihrer Oma huschte.
"Gehen Sie bitte, Mr. McCathie, wenn wir hier den Verband wechslen wollen."
<Als wenn er noch nie eine Frau nackt gesehen hätte.> Jane verkniff sich ein Grinsen und starrte wieder auf die Spritzen.
"Aber er muss hier bleiben, ich kann keine drei Spritzen überleben."
"Keine Widerrede. Bitte warten Sie draußen auf Ihre Freundin." Jane sah Ethan missmutig hinterher und ihr wurde etwas mulmig zumute, als ihre Oma ihm aus der Tür folgte.
~Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche lachen nur, um nicht zu weinen.~
Ethan lehnte sich direkt neben Jane's Zimmer gegen die Wand und sah dann kurz ängstlich zu ihrer Oma, die mit ihm draußen stand.
"Es tut mir sehr Leid, dass ich gesagt habe ich wäre Jane's Bruder. Ich wollte ihr wirklich nichts böses", sagte Ethan ein wenigen Sekunden und stellte sich wieder aufrecht hin. "Wieso haben Sie das für sie getan?" Mrs. McRyan sah den blonden Jungen Mann ernst an. "Ihre Enkelin bedeutet mir sehr viel. Für mich gab es nichts wichtigeres in jenem Moment als ihr zu helfen", antwortete Ethan ehrlich. "Was heißt es, dass Sie ihnen viel bedeutet? Sie wurde oft genug von Menschen wie Ihnen verletzt und sie soll sich nicht wieder auf so etwas einlassen. Ich habe ihr schon angesehen, dass es für sie zu spät ist ihre Gefühle zu unerdrücken."
Relativ ruhig ließ Jane die drei Spritzen über sich ergehen, da sie nur von einem Gedanken gefesselt war: Sie konnte endlich nach Hogwarts zurück. Zu Dan, Thia und Matt. Und sie konnte Ethan wenigstens den ganzen Tag sehen, auch wenn sie schon nicht richtig mit ihm zusammen sein konnte. Wie es Aly wohl ging? Was machte sie gerade? Jane ließ einige Heilzauber über sich ergehen und sich die Medizin verabreichen. Der Verband wurde jetzt kompett abgenommen, nur noch eine kleine Kompresse wurde mit Pflaster über dem äußerlich, verheilten Schnitt geklebt, nur zur Sicherheit. Jane ging ins Bad, wo sie sich eine Jeans und ein schwarzes T-Shirt anzog, um wenigstes etwas normal auszusehen, wenn sie in Hogwarts ankommen würde. Ihre restlichen Sachen stopfte die Slytherin in die kleine Tasche.
>Fertig.< Dachte sie grinsend, als sie sich noch einen Zopf band.
"Ihre Großmutter wird sich um alle Formalien kümmern. Sie können gleich nach Hogwarts zurück apparieren. Wir haben an Madame Pomfrey eine Eule geschickt, sie weiß über alles bescheid. Lassen Sie sich täglich von ihr untersuchen. Bei Schmerzen gehen Sie bitte sofort zu Ihr. Keine körperlichen Anstrengungen für die nächsten drei Tage. Heute Abend können Sie dann wieder normal essen. Und was das Rauchen betrifft, das Verbot gilt. Letztendlich müssen Sie selbst entscheiden, was Sie mit Ihrer Gesundheut tun, Jane." Die Schwester war in dem Moment ganz anders gewesen, so ernst. Jane nickte nur und musste schlucken, da sie wusste, dass ihr das Rauchverbot schwer fallen würde.
~Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche lachen nur, um nicht zu weinen.~